- Maro Engel unterbot seine bisherige Bestzeit im AMG-Hypercar um über fünf Sekunden
- Mercedes-AMG ONE legt die Messlatte für Serienfahrzeuge noch höher
- Weltweit einzigartige Formel 1™-Hybridantriebstechnologie für die Straße
Der Mercedes-AMG ONE ist seit Oktober 2022 das schnellste Serienfahrzeug auf der Nürburgring-Nordschleife. Jetzt hat Mercedes-AMG Markenbotschafter und DTM-Pilot Maro Engel seine Rundenzeit noch einmal deutlich verbessert. Mit einer offiziell gemessenen und notariell beglaubigten Zeit von 6:29,090 Minuten für die 20,832 Kilometer lange Strecke unterbot das Hypercar mit Formel 1™-Technologie seinen eigenen Rekord für Serienfahrzeuge um über fünf Sekunden. Damit ist der Mercedes-AMG ONE das erste Straßenfahrzeug, das die magische Marke von 6:30 Minuten unterbieten konnte. Zudem ist er der bisher einzige Serienhybrid-Hypercar, der die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt bezwungen hat und unangefochtener Spitzenreiter in der Klasse der Supersportwagen ist.
Michael Schiebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH und
Leiter der Geschäftsbereiche Mercedes-Benz G-Klasse und Mercedes-Maybach:
"Seit fast zwei Jahren halten wir den Rekord für Straßenfahrzeuge. Aber wir bei AMG wollen die Grenzen des Machbaren immer wieder auf das Maximum ausreizen oder sogar noch ein bisschen weiter verschieben. Deshalb haben wir mit dem einzigartigen AMG ONE einmal mehr gezeigt, was möglich ist. Das gesamte Team ist für seinen Einsatz und sein Engagement belohnt worden. Ich bin stolz auf diese entschlossene Teamleistung und auf diese fantastische Rekordzeit. Damit haben wir einmal mehr den Geist und die Kompetenz von AMG eindrucksvoll unter Beweis gestellt."
Maro Engel, Mercedes-AMG Markenbotschafter:
"Vor zwei Jahren waren die Bedingungen nicht ideal, und einige Streckenabschnitte waren noch ein wenig feucht. Wir wussten, dass wir mehr können, und das wollten wir auch zeigen. Heute konnten wir das maximale Potenzial des AMG ONE zeigen. Vielen Dank an das gesamte Team aus Affalterbach für das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben. Es war mir eine große Freude und Ehre, diese Rekordrunde mit einem so einzigartigen Auto fahren zu dürfen."
Maro Engel, Mercedes-AMG Markenbotschafter




Mercedes-AMG ONE Media Bildnachweis: Mercedes AMG Media
Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, war eine akribische Vorbereitung notwendig. Außerdem mussten die Streckenbedingungen ideal sein, um die angestrebte Zeit von 6:30 Minuten zu unterbieten. Am 23. September 2024 um 18:56 Uhr, in seiner dritten gezeiteten Runde, erzielte Maro Engel den neuen Rekord. Bei Temperaturen von 59 Grad Celsius (Luft) und 68 Grad Celsius (Asphalt) war die legendäre Nordschleife durchgehend trocken und bot perfekten Grip.
Wie Lewis Hamilton und George Russell an den Rennwochenenden der Formel 1™ musste auch Maro Engel die elektrische Energie des Hybridantriebs bestmöglich ausnutzen. Das ist vor allem bei einer Streckenlänge von mehr als 12 Meilen eine besondere Herausforderung. Deshalb ist es immens wichtig, in den Bremsphasen die richtigen Streckenabschnitte zur Rekuperation zu nutzen.
Dazu nutzte Maro Engel die vierstufige Energieflusskontrolle (EFC) des AMG ONE und nahm den Fuß teilweise bewusst etwas früher vom Gaspedal (auch Lift and Coast" genannt). Vorabtests im Fahrsimulator in Affalterbach und auf der Nordschleife selbst lieferten die nötigen Erkenntnisse, die Team und Fahrer für die Rekordrunde optimal umsetzen konnten. Gemäß den Vorgaben der Nürburgring 1927 GmbH & Co KG wurde das Fahrzeug vom TÜV Rheinland auf seinen Serienzustand geprüft und dokumentiert. Ein Notar bestätigte, dass die Rekordfahrt korrekt durchgeführt wurde.
Schnellstes Serienfahrzeug mit Straßenzulassung
Das Mercedes-AMG Hypercar bringt die Formel 1™-Hybridantriebstechnologie erstmals von der Rennstrecke auf die Straße. Mit einem Verbrennungsmotor und vier Elektromotoren leistet der E PERFORMANCE Hybrid insgesamt 1.049 PS (782 kW), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 352 km/h (218 mph). Die weiteren Motorsport-Technologien reichen vom Carbon-Monocoque und der Carbon-Karosserie über die Motor-Getriebe-Einheit als tragendes Element und die aktive Aerodynamik bis hin zum Pushrod-Fahrwerk. Mit seiner komplexen Technik bietet der zweisitzige Mercedes-AMG ONE zum Teil sogar mehr als ein Formel 1™-Rennwagen. Er verfügt über den vollvariablen Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ mit hybridgetriebener Hinterachse und elektrisch angetriebener Vorderachse mit Torque Vectoring.
Für die Rekordfahrt wurden die maximalen Sturzwerte innerhalb der Auslieferungstoleranz gewählt. Maro Engel wählte das Fahrprogramm "Race Plus". Daraus resultiert eine aktive, maximal mögliche Aerodynamik, eine straffe Fahrwerksabstimmung, eine Tieferlegung des Fahrzeugs an der Vorderachse um 37 mm und an der Hinterachse um 30 mm und natürlich die volle Leistung aller Motoren. Das Drag Reduction System (DRS) wird vom Fahrer durch Drücken einer Taste am Lenkrad aktiviert. Dabei werden die Lamellen an den vorderen Kotflügeln sowie das obere Aero-Element des zweistufigen Heckflügels eingefahren.
Dieses System reduziert den Luftwiderstand und sorgt so für höhere Geschwindigkeiten auf den schnellen Abschnitten der Strecke. In kurvigen Abschnitten fahren die Aero-Elemente blitzschnell wieder aus, was für noch mehr Abtrieb sorgt. Auch in der Bedienung des DRS-Systems fand Maro Engel im Vergleich zu seiner ersten Rekordfahrt weiteres Potenzial, um die Fähigkeiten des AMG-Hypercars noch perfekter umzusetzen.
AMG ONE Kunden können von all diesen Variationsmöglichkeiten profitieren. Das gilt auch für die serienmäßige Bereifung MICHELIN Pilot Sport Cup 2 R MO, die in Zusammenarbeit mit Entwicklungspartner Michelin speziell für den AMG ONE entwickelt wurde. Die serienmäßige AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage sorgt für ein Höchstmaß an Verzögerung und Stabilität.
E PERFORMANCE Hybridantrieb aus der Formel 1™
Der E PERFORMANCE Hybridantrieb des Mercedes-AMG ONE kommt direkt aus der Formel 1™ und wurde in enger Zusammenarbeit mit den Experten von Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Brixworth realisiert. Er besteht aus einer hochintegrierten und intelligent vernetzten Einheit aus einem hybriden, turboaufgeladenen Verbrennungsmotor mit insgesamt vier Elektromotoren. Einer ist in den Turbolader integriert, ein weiterer ist direkt am Verbrennungsmotor mit Anbindung an die Kurbelwelle installiert und die beiden übrigen Motoren treiben die Vorderräder an.
Der 1,6-Liter-V6-Hybrid-Benzinmotor mit elektrisch unterstützter Einfachaufladung entspricht in seiner Technologie dem aktuellen Formel 1™-Aggregat. Die vier obenliegenden Nockenwellen werden von Stirnrädern angetrieben. Um hohe Motordrehzahlen zu erreichen, wurden die mechanischen Ventilfedern durch pneumatische Ventilfedern ersetzt. Der Motor, der in Mittelmotorposition vor der Hinterachse eingebaut ist, dreht bis zu 11.000 Umdrehungen pro Minute. Aus Gründen der Langlebigkeit und der Verwendung von handelsüblichem Super-Plus-Benzin bleibt er jedoch bewusst unterhalb der F1-Drehzahlgrenze.
Blitzschnelles Ansprechverhalten mit elektrischem Turbolader
Das hochdrehende Triebwerk wird von einem Hightech-Turbolader unterstützt. Die Abgasturbine und die Verdichterturbine sind mit Abstand zueinander angeordnet und durch eine Welle verbunden. Dies ermöglicht eine tiefere Einbauposition für den Turbolader. Auf der Welle sitzt ein ca. 121 PS (90 kW) starker Elektromotor. Dieser treibt elektronisch gesteuert direkt die Turboladerwelle an und beschleunigt das Verdichterrad auf bis zu 100.000 Umdrehungen pro Minute, bevor der Abgasstrom die Arbeit übernimmt. Die Formel 1™-Bezeichnung für diese Einheit lautet MGU-H (Motor Generator Unit Heat).
Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten deutlich, und zwar sofort ab der Leerlaufdrehzahl (wenn der Abgasstrom noch schwach ist) über den gesamten Drehzahlbereich. Der 1,6-Liter-V6-Motor spricht noch spontaner auf Gaspedalbefehle an, das Fahrerlebnis ist insgesamt sehr dynamisch. Darüber hinaus ermöglicht die Elektrifizierung des Abgasturboladers ein höheres Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Auch das erhöht die Agilität und optimiert die Beschleunigung. Auch wenn der Fahrer den Fuß vom Gaspedal oder von der Bremse nimmt, kann die Technologie den Ladedruck jederzeit aufrechterhalten. Das sorgt für ein kontinuierlich direktes Ansprechverhalten.
Turbolader wirkt als Generator
Der elektrische Abgasturbolader im Mercedes-AMG ONE hat noch einen weiteren Vorteil: Er nutzt einen Teil der überschüssigen Energie aus dem Abgasstrom, um elektrische Energie zu erzeugen. Diese wird entweder in der Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie gespeichert oder der elektrischen Vorderachse beziehungsweise dem Elektromotor (MGU-K= Motor Generator Unit Kinetic) des Verbrennungsmotors zugeführt. Die MGU-K hat eine Leistung von 161 PS (120 kW), ist direkt am Verbrennungsmotor positioniert und über ein Stirnradgetriebe mit der Kurbelwelle verbunden - eine weitere Technologie, die in der Formel 1™ für maximale Effizienz und Leistung sorgt.
Die Turboaufladung und die Direkteinspritzung mit strahlgeführter Verbrennung ermöglichen nicht nur eine hohe Leistung, sondern erhöhen auch den thermodynamischen Wirkungsgrad und senken so den Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen. Der leistungsstarke Sechszylindermotor verfügt über zwei Einspritzsysteme. Die Direkteinspritzung bringt den Kraftstoff mit einem Druck von bis zu 270 bar (3.916 psi) in die Brennräume. Dabei handelt es sich zeitweise um einen Mehrfachprozess, der je nach Bedarf vom Motormanagementsystem gesteuert wird. Die zusätzliche Saugrohreinspritzung wird benötigt, um die hohe spezifische Leistung des Motors zu erreichen und gleichzeitig die Abgasgrenzwerte einzuhalten.
Vollvariabler Allradantrieb mit elektrisch angetriebener Vorderachse
Die beiden 161 PS (120 kW) starken Elektromotoren an der Vorderachse erreichen Rotordrehzahlen von bis zu 50.000 U/min. Sie sind jeweils über ein Untersetzungsgetriebe mit den Vorderrädern verbunden. Die rein elektrisch angetriebene Vorderachse arbeitet jeweils radselektiv und ermöglicht so eine individuelle Drehmomentverteilung für besonders hohe Fahrdynamik ("Torque Vectoring"). Darüber hinaus ermöglichen die beiden Elektromotoren eine optimale Nutzung der Bremsenergie zur Rekuperation - im Alltag bis zu 80 Prozent. Diese Energie wird in der Batterie gespeichert und steht für eine längere elektrische Reichweite oder für mehr Fahrleistung zur Verfügung. Jeder Elektromotor wird von einer eigenen Leistungselektronik gesteuert, die sich in unmittelbarer Nähe der Elektromotoren in der Bodengruppe befindet.
Hochleistungsbatterie mit Formel 1™-Technologie
Auch das Lithium-Ionen-Energiespeichersystem ist eine spezielle Mercedes-AMG Entwicklung. Seine Technologie hat sich bereits in den Formel 1™ Hybrid-Rennwagen des Mercedes-AMG Petronas F1 Teams unter härtesten Bedingungen bewährt. Die AMG High Performance Battery kombiniert hohe, häufig abrufbare Leistung mit geringem Gewicht zur Steigerung der Gesamtperformance. Hinzu kommen die schnelle Energieentnahme und die hohe Leistungsdichte. So kann der Fahrer zum Beispiel bei einer zügigen Fahrt über hügeliges Gelände an Steigungen sofort das volle Leistungspotenzial abrufen, während er bei Bergabfahrten eine hohe Rekuperation hat.
Die Anordnung der Batteriezellen und die Zellkühlung entsprechen dem Mercedes-AMG Formel 1™ Rennwagen. Für den Alltagseinsatz ist ihre Zahl im Mercedes-AMG ONE jedoch um ein Vielfaches größer. Die Kapazität von 8,4 kWh reicht für eine rein elektrische Reichweite von 11,2 Meilen (18,1 Kilometer). Die Aufladung erfolgt über das integrierte 3,7-kW-AC-Bordladegerät. Zusätzlich kann die Batterie über Rekuperation oder aus dem Verbrennungsmotor mit frischer Energie versorgt werden. Die Lithium-Ionen-Hochvolt-Batterie und der DC/DC-Wandler zur Versorgung und Aufladung des 12-Volt-Bordnetzes sind platzsparend im Fahrzeugboden hinter der Vorderachse untergebracht.
Innovative Direktkühlung der Hochvoltbatterie
Die Basis für die hohe Leistungsfähigkeit der Batterie ist die innovative Direktkühlung. Ein Hightech-Kühlmittel umströmt alle Zellen und kühlt sie einzeln. Jede Batterie braucht eine definierte Temperatur für eine optimale Leistungsabgabe. Wird die Batterie zu kalt oder zu heiß, verliert sie zeitweise spürbar an Leistung oder muss bei zu großer Hitze reguliert werden, um Schäden zu vermeiden. Die gleichmäßige Temperatur der Batterie hat also einen entscheidenden Einfluss auf ihre Leistung, Lebensdauer und Sicherheit.
Das Kühlmittel zirkuliert mit Hilfe einer elektrischen Hochleistungspumpe von oben nach unten durch die gesamte Batterie an jeder Zelle vorbei und fließt auch durch einen direkt an der Batterie angebrachten Wärmetauscher. Das System ist so konzipiert, dass eine gleichmäßige Wärmeverteilung in der Batterie gewährleistet ist. Das Ergebnis ist, dass sich die Batterie immer in einem konstanten, optimalen Betriebstemperaturfenster von etwa 113 Grad Fahrenheit befindet - unabhängig davon, wie oft sie geladen oder entladen wird. Bei hohen Geschwindigkeiten kann es durchaus vorkommen, dass die Durchschnittstemperatur überschritten wird. Die Schutzmechanismen sind daher so konfiguriert, dass die maximale Leistung aus der Batterie herausgeholt werden kann, wobei das Temperaturniveau anschließend durch direkte Kühlung gesenkt wird.
Nur durch die direkte Kühlung ist es möglich, Zellen mit sehr hoher Leistungsdichte zu verwenden. Dank dieser individuellen Lösung ist das Batteriesystem besonders leicht und kompakt. Das geringe Gewicht ist auch auf das materialsparende Busbar-Konzept und die leichte, aber dennoch stabile Crash-Struktur des Aluminiumgehäuses zurückzuführen. Sie gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit. Ein weiteres Merkmal ist die Hochspannung des Antriebssystems, das mit 800 Volt statt der üblichen 400 Volt arbeitet. Dank der höheren Spannungen können zum Beispiel die Kabeldurchmesser deutlich reduziert werden, was Bauraum und Gewicht spart.
Intelligente Betriebsstrategien für optimale Leistung und Effizienz
Insgesamt bietet das High Performance Plug-in-Hybrid-Antriebssystem zahlreiche intelligente Betriebsstrategien, die optimal an unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst sind. Die Fahrprogramme reichen vom rein elektrischen Betrieb bis hin zu einem hochdynamischen Modus (Strat 2), der einer Einstellung entspricht, die im Formel 1™-Qualifying für bestmögliche Rundenzeiten verwendet wird. Trotz der hohen Systemkomplexität erhält der Fahrer je nach aktueller Anforderung immer die optimale Kombination aus Leistung und Effizienz.
... Notizen von SP
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World Speed Challenge (worldspeedchallenge.com)
E Racing Nation (eracingnation.com)
EVWRA (evwra.org)
EVVTOL Tech Nation (evvtoltechnation.com)
EVHNews, (evhnews.com)

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